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Ein Projekt planen

WAS?

Definiert eure Projektziele!

Ziele geben uns die Richtung vor, indem sie den Endzustand beschreiben, den wir erreichen wollen; wir sollten aus ihrem Wortlaut klar erkennen können, ob dieser erreicht wurde oder nicht. Denkt sowohl an kurzfristige als auch an längerfristige Ziele.

Beispiel für ein kurzfristiges Ziel

Abhaltung eines Workshops zum Thema „Begrünung der öffentlichen Infrastruktur“ an einer Universität

Beispiel für ein langfristiges Ziel

Aufklärung einer bestimmten Anzahl von Student:innen an einer Universität über die Bedeutung der Begrünung der öffentlichen Infrastruktur, um die extreme Sommerhitze zu reduzieren oder die Anzahl der Grünflächen der Universität im nächsten Jahr um 20 % zu erhöhen.

Quantitative Kennzahlen sind hilfreich (z. B. ein Workshop, 20 % mehr begrünte Flächen usw.), weil sie messbar sind, aber vergesst nicht, dass es ebenso wichtig ist, den gesamten Prozess gemeinsam mit der Gruppe zu reflektieren und darüber zu sprechen, was ihr aus dem Prozess gelernt habt.

Wenn es euch schwer fällt, euch für ein bestimmtes Ziel zu entscheiden, kann eure Vorstellungskraft euch sehr helfen. Schließt die Augen und stellt euch vor, wie es aussehen wird, wenn euer Projekt abgeschlossen und euer Ziel erreicht ist. Geht von allgemeineren zu spezifischeren Punkten über. Wenn es große Unterschiede zwischen den Vorstellungen der einzelnen Teammitglieder gibt oder blinde Flecken, die schwer vorstellbar sind, müsst ihr diesen Teil eures Projekts wahrscheinlich genauer besprechen.

WIE?

Überlegt euch, wie ihr diese Ziele erreichen könnt und was ihr dafür tun müsst!

Macht eine Liste von allem, was benötigt wird! (z.B. Informationen, Kontakte, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Geld,…)

Viele Unternehmen und Organisationen sind gerne bereit, euch mit Informationen und Sachspenden zu unterstützen, und viele Einheimische können euch bei bestimmten Schritten helfen. Traut euch, mit möglichst vielen Sponsoren, Expert:innen und potenziellen Helfer:innen Kontakt aufzunehmen.

WO?

Findet einen idealen Standort, aber auch Alternativen dazu!

Anhand der folgenden Checkliste könnt ihr sicherstellen, dass der Standort geeignet und verfügbar ist:

  • Wir haben die Erlaubnis des Eigentümers/der Eigentümerin des Grundstücks (wenn ihr öffentliches Gelände nutzen wollt, benötigt ihr die Genehmigung des Bezirks oder der Gemeinde). / Wir haben den Raum reserviert.
  • Der Raum ist groß genug für alle Personen, die wir erwarten.
  • Der Ort ist für alle zugänglich, auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder ältere Menschen.
  • Andere Projektmitglieder und Gäste haben die Möglichkeit, zum und vom Projektstandort zu reisen (falls erforderlich).
  • Es besteht die Möglichkeit, eine Art von Kinderbetreuung für Eltern anzubieten (falls erforderlich).
  • Es gibt genügend Tageslicht und frische Luft. Es ist warm genug, aber nicht zu heiß, um zu arbeiten oder sich zu konzentrieren. Es gibt einen Unterstand für den Fall von Regen oder starker Sonneneinstrahlung.
  • Es ist möglich, den Ort unseren Wünschen entsprechend einzurichten (um einen Tisch herum sitzen, im Kreis sitzen usw.) und für die Aktivitäten, die wir planen (spielen, beobachten, zuhören, tanzen, arbeiten usw.), umzugestalten.
  • Es gibt alle notwendigen technischen und materiellen Einrichtungen (Strom, Projektor, Mikrofon, Toiletten, die Möglichkeit zur Snackzubereitung, usw.).
  • Unsere Aktivität wird keine wertvolle natürliche Umgebung beschädigen oder anderen Arten oder gefährdeten Personen schaden.

WANN?

Plant den gesamten Zeitrahmen für euer Projekt!

Erstellt einen Zeitplan für wichtige Meilensteine (z. B. wichtige Ereignisse) und markiert die entsprechenden Daten. Benennt die einzelnen Phasen des Projekts zwischen den Meilensteinen und legt fest, was in diesen Phasen zu tun ist. Überlegt euch gleich zu Beginn, wann das Projekt voraussichtlich enden wird, und vergesst das Datum der Feier nicht. Achtet auf bereits festgelegte Termine und auf Zeiträume außerhalb des Projekts, in denen ihr nicht arbeiten könnt (Feiertage/Urlaub, Prüfungen, usw.), und stellt sicher, dass jedes Teammitglied eine Kopie des Zeitplans erhält.

WER?

Verteilt die Rollen und Aufgaben innerhalb der Gruppe gerecht!

Zunächst müssen verschiedene Tätigkeitsbereiche festgelegt werden. Einige Bereiche sind hier aufgeführt. Überlegt gemeinsam, wie ihr diese Bereiche verwalten könnt, damit sie während des Projekts gut funktionieren. Die von allen investierte Zeit sollte gerecht aufgeteilt werden und die Fähigkeiten und Bedürfnisse der einzelnen Gruppenmitglieder berücksichtigen.

  • Koordination: Führt die einzelnen Verantwortungsbereiche zusammen und behaltet den Überblick über das gesamte Projekt.
  • Fundraising: Überlegt Aktionen zum Sammeln von Geld, sucht nach möglichen Sponsoren und behaltet stets die Finanzen im Auge.
  • Materialverwaltung: Findet Wege, um Materialien zu sammeln und zu verwalten.
  • Externe Kommunikation: Präsentiert das Projekt nach außen und schreibt Texte an Sponsoren und die Medien.
  • Interne Kommunikation: Sorgt für eine reibungslose und respektvolle Kommunikation innerhalb der Gruppe und stellt sicher, dass es klare und ausreichende Möglichkeiten gibt, sowohl persönlich als auch online zu kommunizieren.
  • Datenerfassung: Behaltet den Überblick über gesammelte Informationen, Karten, Zeitpläne usw.
  • Foto/Videografie: Dokumentiert das Projekt und erstellt Bilder/Videos, die für das Projekt verwendet werden können.

Achtet auf die Stärken und Fähigkeiten der anderen. Berücksichtigt dabei, dass niemand eine Aufgabe übernehmen muss, die er/sie nicht wirklich mag, und dass jemand vielleicht eine Aufgabe übernehmen möchte, die völlig neu ist und ihn/sie herausfordert.

Kümmert euch umeinander und helft euch gegenseitig, wenn ein Teammitglied gestresst ist, sich nicht wohl fühlt, usw.

Ein Projekt umsetzen

Wichtige Tipps für eine erfolgreiche Verwirklichung!

  • Informiert die zuständigen Behörden in der Gemeinde/Stadt über das geplante Projekt und bittet sie um Rückmeldung, Genehmigungen oder persönliche Beratung.
    Holt gegebenenfalls weitere für die Durchführung des Projekts erforderliche Genehmigungen ein (z. B. für Privateigentum).
  • Ladet Mitglieder eurer Gemeinde ein, ihre Leidenschaften und Talente einzubringen, um einen kreativen Beitrag zum Projekt zu leisten. Dies kann in Form von direkter physischer Unterstützung wie Handarbeit usw. (Gemeinde/Stadt), der Bereitstellung von Informations- und Begegnungsräumen für die Gemeinschaft (Bibliothek), Sachspenden (lokale Unternehmen) oder Finanzmitteln (Einzelpersonen) geschehen.
  • Findet eine Organisation, deren Aufgabenstellung zum Projekt passt.
  • Bereitet euch mit Recherchen auf praktische Lösungen vor, bevor ihr mit potenziellen Projektpartnern Ideen austauscht.

Checkliste für die Kommunikation

Bevor ihr damit beginnt, das Projekt anderen mitzuteilen, setzt euch in der Gruppe zusammen und versucht zu überlegen, wer was über euer Projekt wissen muss und welche Hilfsmittel ihr benötigt, um diese Personen am besten zu erreichen. Hier ein paar Anregungen:

  • Erstellt eine Social-Media-Seite, auf der wichtige Informationen über das Projekt und Foto-/Videodokumentationen der Aktivitäten veröffentlicht werden.
  • Erstellt ein Informationsblatt, das ihr an potenzielle Projektpartner und Unterstützer schicken könnt.
  • Anstatt einzelne Organisationen, Institutionen, Unternehmen oder Vertreter:innen der aktiven Öffentlichkeit zu kontaktieren, ist es auch möglich, eine öffentliche Informationsveranstaltung zu organisieren, zu der alle Interessierten eingeladen werden (z. B. in einer örtlichen Bibliothek oder einem anderen Treffpunkt).

Passt auf euch auf!

Um für das Projekt stark zu bleiben, solltet ihr euch auch Zeit für Erholung, Sport, Freunde und andere Hobbys nehmen. Ernährt euch gesund und schlaft ausreichend. Scheut euch nicht, nein zu sagen zu Aktivitäten, auf die ihr keine Lust habt. Und vor allem: Wann immer ihr euch überfordert fühlt – durch Aktivitäten oder Gefühle – wendet euch an eine euch vertraute Person.

Es kann Momente geben, die sich negativ auf euren psychischen Zustand auswirken. In extremen Fällen kann dies zu einem Burnout führen. Aber zum Glück kann man das verhindern.

Versucht von Beginn an die Projektplanung ehrlich und transparent zu gestalten und kreiert einen geschützten Raum, in dem ihr jederzeit eure Gefühle mitteilen könnt, auch wenn es sich um Emotionen wie Angst, Traurigkeit oder Besorgnis handelt.

Braucht ihr Unterstützung? Unser Handbuch wird euch dabei helfen, noch heute aktiv zu werden .

Kümmert euch um andere!

Vergesst nie, dass Stress und Trauma keine Merkmale einer Situation sind, sondern eine individuelle Reaktion, da jedes Mitglied eurer Gruppe jede Situation auf seine eigene Weise wahrnimmt.

Haltet euch gegenseitig den Rücken frei, wenn die Dinge nicht so laufen wie geplant, und scheut euch nicht, euer gemeinsames Projekt neu zu bewerten, euren Zeitplan anzupassen oder eure Forderungen zu überdenken. Drängt nicht auf Effizienz und Leistung auf Kosten eures eigenen Wohlbefindens und der Freude an der Zusammenarbeit.

HILFE! WAS JETZT?

Herausforderungen

Herausforderungen, Probleme und unvorhergesehene Änderungen treten bei fast jedem Projekt auf – das ist an sich nichts Schlechtes. Wichtig ist, dass ihr vorbereitet seid und euch im Voraus überlegt, was passieren könnte und wie ihr damit umgeht. Ein kleiner Zeitpuffer hat sich oft als sehr hilfreich erwiesen. Wenn ihr eine schwierige Situation im Team oder während des Projekts erlebt habt, nehmt euch einen Moment Zeit, um gemeinsam darüber nachzudenken, damit ihr daraus lernen könnt:

  • Warum war die Situation für mich so schwierig?
  • Was hätte anders laufen können? Wie?
  • Was habe ich aus dieser Situation gelernt, über mich selbst, über das Team, über unser Projekt?

Feiern

Reflektieren

Was habt ihr während des Projekts für euch selbst und als Gruppe gelernt? Die Bildung eines Gesprächskreises in der Gruppe und das Gespräch miteinander sind eine Möglichkeit, darüber nachzudenken, was ihr während des Projekts gelernt habt. Ihr könnt euch auch zu zweit mit einem Mitglied der Gruppe austauschen und dann die wichtigsten Ergebnisse mit den anderen teilen.

Evaluieren

Überlegt, wie sich euer Projekt auf Menschen, Tiere und die Umwelt auswirkt. Am Ende des Projekts ist es sinnvoll, die erreichten Meilensteine mit den Zielen und dem geplanten Zeitrahmen zu vergleichen.

Erstellt eine neue Übersichtskarte

Bei manchen Projekten kann es sinnvoll sein, nach Abschluss des Projekts eine neue Übersichtskarte zu erstellen. Geht zu den ursprünglichen Beobachtungen zurück und vergleicht sie mit den Veränderungen, die ihr mit dem Projekt in der Gemeinschaft bewirkt habt.

Erstellt eine Umfrage für eure Gemeinde

Eine weitere gute Möglichkeit, die Wirkung eures Projekts zu messen, ist die Durchführung einer Umfrage.

Feiern

Jetzt ist es an der Zeit, euren Erfolg gemeinsam zu feiern! Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, den Erfolg eines Projekts zu feiern:

Feiert mit den Menschen in eurem Umfeld

Eine Veranstaltung mit den Gruppenmitgliedern kann eine gute Möglichkeit sein, die Menschen in eurem Umfeld in die Feier einzubeziehen. Im Rahmen der Feier kann das Projekt auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ladet alle Personen ein, die einen positiven Beitrag zur Umsetzung des Projekts geleistet haben.